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Montag, 22. Juli 2013

SECHSUNDZWANZIG

Monsterbändiger. Oder "Es geht nicht darum, glücklich zu werden, sondern es einfach zu sein"

Verdammt! Es gibt ihn. Was heißt "ihn", es gibt mindestens einen! Womöglich noch mehr von der Sorte!
Es gibt mindestens einen so lebensfrohen, optimistischen Ritter, der in der Lage ist, das Monster in Schach zu halten, gar zu zähmen, längerfristig wohl sogar in der Lage gewesen wäre, es zu töten!
Es gibt ihn, den ebenbürtigen Feind für Brutus!
Es gibt ihn, den wundersamen Retter, der so viel heilen kann und es so sanft und selbstverständlich tut.
Es gibt ihn, auch für Jette, ganz unerwartet nahm er plötzlich Form an, obwohl er doch schon die ganze Zeit über da war.
Ein Befreiungsschlag. Der Fluch aufgehoben.
Offensichtlich kann es doch passieren. Einfach so. Dass da jemand ist, dass es passt. Wenigstens für eine offene Zeitfensterbreite.
Und für diese paar Zentimeter war alles gut. So einfach und zufrieden und gut.
So glücklich.
Einfach so.
Und genau darum geht es, sagt der Ritter. Darum, nicht immer "irgendwann einmal" glücklich werden zu wollen, sondern es einfach zu sein. Einfach so. Jetzt.
Einfach so.
Und für eine Zeitfensterbreite kann Jette das auch spüren. Dass alles so federleicht sein kann. Dass alles wie kleine Schäfchenwolken über den stahlblauen Himmel schwebt. Ohne schwer zu sein. Ohne kompliziert zu sein.
Sie war so unendlich dankbar. So aufrichtig dankbar für diese Erlösung.
Für den Beweis, dass es sich lohnt zu hoffen, dass wieder etwas Gutes passiert. Weil wieder etwas Gutes passiert. Und am ehesten, wenn man sich gedanklich -einfach- löst, man mit nichts rechnet, man nichts erwartet, man auf nichts eingestellt ist.
Sie sollte immer noch dankbar sein. Jette.
Aber sie ist so furchtbar schlecht darin, dauerhaft die angenehmen, schönen Dinge zu sehen. So furchtbar schnell verblassen sie immer.
Und genau wie diese Dinge verblasst Jettes Monsterbändiger wieder. Von vornherein stand fest, dass es ihn bald auf unbestimmte Zeit in südliche Gefilde ziehen würde. Dass alles nur ein schöner Traum für das Hier und Jetzt ist.
Aber Jette ist so kopflastig. Denken, planen, bestimmen.
Wie? Einfach treiben lassen?
Das ist so schwer.
Filigrane Dinge können sich treiben lassen. Wölkchen. Federn. Segel. Gräser. Vögel.
Aber Jette, Jette hat doch eine Brutus-Kugel am Fuß und statt über's Meer zu gleiten, sinkt sie an den Grund und ertrinkt.
Sie wird sie schätzen, diese Begegnung. Denn sie hat einen unbeschreiblichen Wert. Aber sie verblasst, Jettes Retter-Fata-Morgana und sie wünschte so sehr, dass sie bliebe. Dass die Oase echt ist. Und von Dauer.
Sie wünschte, dass es wenigstens dieses Mal einen richtigen Abschied gäbe. Einen, nach dem man loslassen kann. Ein Ritual, bei dem die Hände sich lösen und die Lippen und bei dem über allem steht, dass dies die letzte Seite des Kapitels ist.
Und wonach sieht es aus im Moment? Danach, dass die Geschichte einfach wieder mit einem cliff hanger im Raum stehen gelassen wird. Genau wie Jette. Die allerdings stumm und weinend in ihrer dunklen Ecke. Sie kann einfach kein Vogel sein, kann nicht unbeschwert mitfliegen, nicht mal mit Flugpartner. Zu schwer die Last, die an ihr hängt. Zu groß die schwarze Schwere und die Angst. Die verdammte alte Angst.

Kommentare:

  1. Es ist immer wieder möglich. Es kann immer wieder passieren und es wird dir auch passieren. Du bist so lieb & so toll und ja, es gibt da draußen noch mehr Brutus-Bändiger. ;)

    Das, was passiert ist, war ein Beweis, dass es Gutes und Schönes gibt im Leben. Sei dankbar, behalte dir die Erinnerung an den Bändiger und vielleicht kommt er ja irgendwann aus den südlichen Gefilden wieder...

    *drückdrück*
    Diana <3



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  2. :) Jette dankt für den soeben erst entdeckten, aber so lieben kommentar^^

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